Monatsversammlung Juni 2026

Imker beschäftigen sich mit der Pflege ihrer Bienenvölker und der biologischen Bekämpfung der Milbe

Dietfurt: – Die biologische Bekämpfung der Varroamilbe hat für die Imker des Imkervereins Dietfurt höchste Priorität. Wie Imkervorstand Helmut Graspointner bereits bei der Begrüßung betonte gehe es bei dem Lehrgang darum, die physiologischen Zusammenhängen im Bienenvolk zu verstehen und die Bearbeitung der Völker danach auszurichten. Ziel müsse für alle Imker sein, künftig ohne chemische Mittel bei der Bekämpfung der Milbe aus zu kommen; betonte der Vorsitzende. Graspointner freute sich, dass sehr viele Imkerinnen und Imker zu diesem Fortbildungslehrgang gekommen sind.
Imkerkollege Erwin Zach hatte viele praktische Tipps für die Bearbeitung der Bienenvölker mitgebracht. Er beschäftigte sich vor allem mit dem wissenschaftlichen Stand, die Varroamilbe auch ohne Medikamente los zu werden. Er stelle sich immer wieder die Frage: Wie kann nun durch entsprechende Arbeit am Bienenvolk die schädliche Milbe zurückgehalten werden? Erwin Zach beantwortet diese Fragen auch mit den wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. Ralph Büchler, der sich umfassend mit der biologischen Bekämpfung der Varroamilbe beschäftigt hat. Auch von seinen eigenen Untersuchungen und Erfahrungen berichtete der Referent. Es liegt schon auch an der Bearbeitung der Völker, wie stark sich die Milben vermehren kann, stellte Erwin Zach fest. Sehr anschaulich erläuterte der Referent das Wachstum der Milbe im Bienenstock. Die Vermehrung der Milben geht so rasant, dass sich diese Schädlinge in vier bis fünf Brutzyklen von je 21 Tagen um das Vielfache vermehren. Nur wenn der Imker diese Zusammenhänge versteht kann er auch eingreifen und einen übermäßigen Befall verhindern. Um die jeweilige Belastung mit der Milbe feststellen zu können, sind verschiedene Diagnosen, die jeder Imker kennt, dringend erforderlich. Die Varroamilbe schädigt die Bienen so stark, dass sie schwach bleiben, oder werden und keinen Ertrag an Honig mehr bringen. Nachdem sich die Milbe ja nur in der Bienenbrut vermehrt, sollten alle Imker auf die biologischen Behandlungen setzen. So gilt es die Brut zu entfernen und die Milbe in eine sogenannte Fangwabe zu bekommen. Diese muss sich in einem mit einem Sperrgitter versehen eigenen Raum befinden und kann dann nachdem sie Verdeckelt, von den Bienen verschlossen wurde, entnommen und eingeschmolzen werden. Dieses Vorgehen sollte zweimal wiederholt werden, um möglichst so 80 bis 90% der Milben in den verschlossenen Waben zu haben. Ziel ist es, wie der Referent betonte, künftig ohne Medikamente im Bienenvolk auszukommen. Erwin Zach erläuterte eine Vielzahl von biologischen Methoden, die Milbe aus den Völkern zu bekommen und dann auch auf eine Winterbehandlung mit Säuere verzichten zu können. Für den erfahrenen Imker steht gerade die Gesundheit der Bienenvölker im Mittelpunkt, den davon hänge auch die Bestäubungstätigkeit unserer Obstbäume und der Ernteertrag vom Honig ab. In der Diskussion gab es von den erfahrenen Imkern noch viele Anregungen und Hinweise für eine gut und sachgerechte Pflege der Bienenvölker.
Vorstand Helmut Graspointner bedankte sich bei Erwin Zach für die umfangreichen und für viele Imker neuen Erkenntnisse. Er stellt fest, dass sich mit diesen neuen Erkenntnissen eine sehr positive Perspektive einer künftigen Imkerei ergibt.

Franz Stephan