— Deutscher Honig ist ein sehr sicheres Lebensmittel —
Dr. Andreas Schierling informiert über Rückstände im Honig und Bienenwachs
Dietfurt – Die Qualität des erzeugten Honigs steht für die Dietfurter Imker an erster Stelle. Um diese immer zu verbessern und auf den neuesten Stand der Informationen zu sein, hatte der Verein für die Monatsversammlung im April einen ausgewiesenen Fachmann geladen. Vorsitzender Helmut Graspointner konnte dazu Dr. Andreas Schierling vom Tiergesundheitsdienst Bayern als Referenten begrüßen.
Der Referent, der natürlich auch selbst Imker ist, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit möglichen Rückständen in den Produkten Honig und dem Bienenwachs. Er stellte zunächst fest, dass durch die heutigen feinfühligen Analysemethoden alles festgestellt werden kann was sich in den Erzeugnissen befindet. So gebe es Rückstände für die der Imker selbst mit seiner Behandlung und den Umgang mit den Völkern verantwortlich sei, als auch Rückstände die aus den verschiedenen Kulturen, die von den Bienen angeflogen werden, kommen. In diesem Zusammenhang bescheinigte der Referent gerade den Imkern einen sehr hohen Wissensstand und sorgfältigen Umgang mit den Behandlungsmitteln bezüglich der Varroamilbe. Nicht beeinflussen kann der Imker die Rückstände aus den verschiedensten Kulturen, die gerade in der Blütenbracht stehen. Wie Dr. Schierling betonte seien mögliche negative Einflüsse aus der Obstblüte im Altmühltal kaum zu erwarten, da hier kaum eine Behandlung mit Insekten- oder Pflanzenschutz stattfindet. Die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln dürften somit aus den Rappsbeständen kommen, denn für die Rappsblüten lassen die Bienen alles andere ganz einfach liegen. Jedoch liegen diese für das Lebensmittel Honig weit unter den zulässigen Grenzwerten. Der Referent stellte auch fest, dass in den letzten Jahren diese Rückstände geringer geworden sind und bestätigte den Landwirten einen sehr sachlichen und zurückhaltenden Umgang mit dem Pflanzenschutz in ihren Rappsfeldern. Dennoch richtete er einen Appell an die Rappsbauern, ihre Felder gerade bei der Blüte erst in den Abendstunden zu behandeln, wenn die Bienen nicht mehr unterwegs sind. Wie Dr. Andreas Schierling auch ausführte ist es für den Imker auch wichtig sein Wachs, das er immer wieder für Mittelwände verwendet im Auge zu behalten, denn auch hier können sich Rückstände ansammeln. Es sei deshalb wichtig die Produkte Wachs und Honig immer wieder untersuchen zu lassen, denn nur dann kennt man die genauen Inhaltsstoffe und kann das auch nachweisen. Diese Untersuchungen sind für den Imker sehr kostengünstig und werden vom Landwirtschaftsministerium großzügig unterstützt. Der Referent bezeichnete gerade die vielen Untersuchungen, die so nur in Bayern gemacht werden, als eine Erfolgsgeschichte für die hohe Qualität des Bayerischen Honigs. Wer Honig verkauft, hat auch die Pflicht der richtigen Kennzeichnung. Die Nennung als Sommertracht ist in unserer Region sicher immer richtig. Wer aber von Rapshonig oder Waldhonig spricht kann das nur nach einer genau festgelegten Untersuchung im Labor machen. Ein reger Gedankenaustausch unter den Zuhörern schloss sich den Ausführungen noch an.
Vorstand Graspointner bedankte sich bei Dr. Andreas Schierling für die umfangreichen Informationen. Er hoffe, dass beim Blütenhonig auch in diesem Jahr ein guter Ertrag zu erwarten sei und wünschte den Imkern viel Erfolg.
Franz Stephan