Die Imkerei eine spannende Beschäftigung im Zeichen des Klimawandels
Dietfurt: – Die Imkerei ist sicher eine spannende Beschäftigung, die viel Können und Wissen voraussetzt und dennoch immer wieder auch für erfahrene Imker Überraschungen bereithält. So sind die Imker in diesen Tagen damit beschäftigt die Völker für das Frühjahr vor zu bereiten. Vorstand Helmut Graspointner hatte für die Monatsversammlung ein für allen Imker hochinteressantes Thema ausgewählt, „die Bienenhaltung in den Zeiten des Klimawandels“. Als Referentin konnte der Vorstand, neben den mehr als 40 interessierten Imkern, die staatliche Fachberaterin für Bienenzucht in der Oberpfalz, Renate Feuchtmeyer, begrüßen.
Gleich zu beginn seiner Ausführungen stellte die Referentin klar, dass der weltweite Klimawandel auch Auswirkungen auf die Bienen habe. Obwohl sich die Bienen als Insekten sehr anpassungsfähig zeigen habe sich durch die veränderten Wetterlagen auch die Aufgabe der Bienen verändert. Die Winter sind kürzer geworden und die Blütezeit im Frühjahr hat sich bereits um einige Wochen nach vorne geschoben. Nachdem oft schon im Frühjahr auch sehr heiße Tage zu verzeichnen sind, hat sich die Zeit in der die fleißigen Sammler Nektar und Pollen ins Volk tragen können verkürzt. Nur starke Völker bringen dann den gewünschten Ertrag. Die frühe Blütezeit hat auch den Nachteil, dass die Tage noch kürzer sind und die Flugzeit für die Bienen dadurch erheblich kürzer ist. Auch haben sich durch den Klimawandel kürzere Blühfasen bei den Obstbäumen und auch beim Rapps eingestellt. Diese Veränderung führt zu erheblichem Stress im Bienenvolk. Lange Hitzeperioden im Sommer führen auch dazu, dass bei dem Bäumen wie Fichten, Tanne oder auch Laubbäumen kein Honigtau entsteht und damit der Futterstrom für die Insekten völlig abreißt. Die Referentin stellte aber erfreulich fest, dass sowohl bei den Landwirten als auch im öffentlichen Grün positive Veränderungen sichtbar werden. So werden schöne Blühwiesen oder auch der Anbau von unterschiedlichen Feldfrüchten in der Landschaft sichtbar, die auch den Bienen und allen Insekten zum Überleben helfen. Die Referentin machte jedoch den Imkern auch für die Zukunft eine gewisse Hoffnung, denn wenn etwas Blüht und es auch Honigtau gebe, dann wird es auch weiterhin Honig geben. Dieser wird sich jedoch in seiner Zusammensetzung und im Geschmack durchaus verändern.
Renate Feuchtmeyer wies auch noch darauf hin, Bienenvölker nicht in der prallen Sonne auf zu stellen, sondern einen Schattigen Platz zu wählen. Wichtig sei auch, sich mit den sich verändernden Gegebenheit zu beschäftigen und seine Völkerführung danach auszurichten. Die Fachberaterin appellierte an die Kollegen, nicht jedes Volk im Frühjahr weiter zu führen, sondern nur starke Völker. Schwache Völker können zusammengelegt werden, auch dazu hatte Frau Feuchtmeyer interessante Vorschläge parat. Nach wie vor geht es auch um die Bekämpfung der Varroamilbe, die den Imkern das ganze Jahr Sorge bereitet.
Eine sehr interessante Diskussion schloss sich den Ausführungen der Referentin an, in der noch viele eigene Erfahrungen der Imker ausgetauscht wurden.
Bald ist es wieder soweit, dass die Bienen die Obstbäume zum Bestäuben aufsuchen und hoffentlich für eine reiche Ernte sorgen.
Franz Stephan